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Maasketen

Symposium der Maasketen am 05.11.2016

Weitere Informationen folgen

50 Jahre Maasketen "Jan van Eyck"

Der unvergessene Pater Wilhelm Sangers aus Maaseik war 1966 unter anderen der Begründer der Vereinigung der Maasketen Jan van Eyck. Seit fünfzig Jahren bemüht sie sich, den Bürgern Europa näherzubringen und gerade die Grenzbewohner mit dem Europäischen Gedanken vertraut zu machen.
Die Maasketen sind hiermit also eine der ältesten grenzüberschreitenden Organisationen ohne engere Bezirksgrenzen. Von Anfang an war es das Ziel, die Menschen in dem Gebiet an der Maas in Flandern, Limburg und dem deutschen Grenzgebiet - willkürlich getrennt seit dem Wiener Kongress - unbürokratisch miteinander zu verbinden. Dies geschieht seit Jahrzehnten durch verschiedene Schulaustausche, aber auch durch Fördermaßnahmen zum Beispiel zur Realisierung oder Instandhaltung von Maasfähren und auch durch die Auslobung zweier Preise. (Übrigens: Die gemeinsame Muttersprache ist ein weiteres Bindeglied.)
Außerdem wird mit kulturhistorischen und touristischen Informationen und regelmäßigen Zusammenkünften versucht, geistige Brücken zu bauen und Hindernisse abzubauen; denn Europa ist noch weit weg von der erträumten Einheit. Dort, wo es möglich ist, versuchen die Maasketen, den Europagedanken über die Grenzen wachsen zu lassen; denn dort beginnt Europa ? mehr als in Den Haag oder Brüssel oder Berlin.


Bootstocht und Diner Maasketen 2016

MK Diner 2016 MK Diner 2016 MK Diner 2016 MK Diner 2016



Die Maasketen Jan van Eyck

Geschichte hängt in besonderem Maße mit Identität zusammen:
Verändere die Geschichte und die Identität verändert sich.
Unsere Euregio hat eine lange Geschichte, deren Identität zu großen Teilen durch Ost-Westverbindungen geprägt wurde. In der Region rund um Sittard-Geleen ersetzte durch den Lauf der Geschichte jedoch die Fokussierung auf die Nord-Süd-Achse die ursprüngliche Richtung der historischen Beziehungen. Mit der Folge, dass die West-Kontakte zunehmend an Wert und Intensität verloren. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg entdeckte sich Europa zunehmend neu. 1966 entstand durch die Initiative von ein paar überzeugten Europäern aus West- und Ostlimburg die Vereinigung Maasketen Jan van Eyck, die sich im flämischen Maasland, in Niederländisch-Limburg sowie im westlichen Kreis Heinsberg engagiert. Damit sind die Maasketen einer der ältesten euregionalen “Beschleuniger”, die in vielen verschiedenen Feldern aktiv geworden sind. So entstand nicht zuletzt durch die Initiative der Maasketen das “Interlimburgs Overlegorgaan Maasland”.

Die Maasketen sehen ihre Rolle unter anderem im Signalisieren von “pijnpunten” / “Schmerzpunkten”, die im grenzüberschreitenden Verkehr sowohl zwischen den Menschen als auch im Bereich des gemeinsamen Kulturguts bestehen. So organisierten die Maasketen 2006 und 2008 sogenannte “pijnpuntsymposia” - zu Deutsch: Schmerzpunktsymposien - zum wachsenden Europa und unserem Platz darin als auch zu Problemen grenzüberschreitenden Medien(-landschaften). Dabei war das Symposium 2006 einer der Trigger für die Entstehung des späteren Limburgcharter. Im November 2012 beschäftigte sich das Symposium mit den Problemen der Denkmalpflege in unseren drei Ländern und den Chancen einer grenzüberschreitenden Denkmalpflege. Ferner engagierten sich die Maasketen in den Teilbereichen Kulturhistorie und Tourismus, unter anderem mit diversen Publikationen, so z.B. Maaslandgids, Maasband, Van Grens tot Maas und Tussen Brug en Pont. Es wurden Verbesserungen der Maasfährverbindungen angeregt und umgesetzt, die sowohl großen wirtschaftlichen als auch touristischen Einfluss für den Maasraum haben.

Der Verein verleiht im jährlichen Turnus abwechselnd Preise für grenzüberschreitende Verdienste (den Kannunik Coenenprijs für individuelle Leistungen und den Pater Sangersprijs für Vereinigungen und Stiftungen). Einen wichtigen Teil der jährlichen Arbeit macht die Organisation und Vermittlung von Schulaustauschprogrammen und Museumsbegegnungen aus. Neben den extern gerichteten Aktivitäten werden von und mit den Mitgliedern (auf eigene Kosten) Exkursionen sowie andere gemeinschaftsfördernde Aktivitäten unternommen.

Zusammenarbeit als Basis

Im Grenzgebiet der Euregio-Maas-Rijn und Benelux Middengebied ist mithilfe der Maasketen ein besonderes Zusammenarbeitsmodell gewachsen, das noch immer Chancen einer weiteren Entwicklung bietet.

Durch die straffe und innovative Bündelung von Kenntnissen, Wissen und Fonds haben sich sowohl professionelle kulturhistorische Einstellungen als auch engagierte Freiwillige auf kulturhistorischem Terrain gefunden. Dadurch konnten finanziell niederschwellige Aktivitäten auf teils sehr hohem Niveau ermöglicht werden.

Partner sind hierbei unter anderem das Euregionaal Historisch Centrum Sittard-Geleen (EHC), das Museum “het Domein” Sittard, die Museen Maaseik, das Museum “Schippersbeurs” in Stein- Elsloo, das Begashaus Heinsberg, das Museum van de Vrouw Echt-Susteren, die Biblithek Biblionova sowie etwa dreißig historische Vereinigungen, unter ihnen auch die Maasketen Jan van Eyck.

Wichtig ist hierbei, dass heute vom Prinzip der Zusammenarbeit ausgehend agiert wird, während früher nur punktuell zusammengearbeitet wurde. Die Zusammenarbeit geht dabei von zwei starken Seiten aus. Zum einen realisiert das EHC durch das Zusammenbringen von Archiven und andersartiger historischer Informationen (Bild, Ton, Fotomaterial, Abbildungen von Denkmälern, musealen Objekten und aus der Archäologie) einen Mehrwert, um mit dieser Hilfe regionale Zusammenhänge und deren Entwicklung zu visualisieren (“Chemie in Geschichte”). Ferner sollen Synergieeffekte in Verwaltung und Mittelzuwendung ermöglicht werden. Die Museen bieten dabei professionelle Präsentationen. Manche der Museen sind dabei eher auf Erwachsene und Senioren ausgerichtet, während andere ihren Fokus mehr auf jugendliche Zielgruppen und Kinder legen. Die Bibliothek kann mit ihren niedrigen Einstiegsmöglichkeiten ein erster Anlaufpunkt für Suchende in der Kultur(-historie), von Vereinigungen und Stiftungen sein, natürlich aber auch Wissenszentrum und Botschafter im Erfassen des Zusammenlebens. Die Maasketen Jan van Eyck sind dabei auf dem Gebiet der grenzüberschreitenden Arbeit selbstredend “primus inter pares”. Gemeinschaftlich wollen wir in eine Struktur investieren, die nicht von sich selbst ausgeht, sondern vielmehr von untereinander. Strukturell wird dabei vor allem ins Miteinander investiert; manchmal geschieht dies finanziell, manchmal aber auch durch die Verknüpfung von Fachwissen und den strategischen Einsatz menschlicher Ressourcen (“Manpower”).

Investieren in Stärke

In den kommenden Jahren möchten die Maasketen sich in diesem Zusammenarbeitsverband auf die Dinge spezialisieren, die insbesondere ihre Stärke sind. Dies sind vor allem die Schulaustauschprogramme und die Organisation der pijnpuntsymposia neben der Verleihung euregionaler Preise im Rahmen der Kulturhistorie. Chancen liegen insbesondere im Bereich der musealen Zusammenarbeit. Im Einzelfall können weiterhin projektbezogene Publikationen ermöglicht und herausgegeben werden. Die Website www.maasketenjanvaneyck.eu ist dabei ein Mittel, um die Sichtbarkeit zu verbessern und Wissensaustausch zu forcieren.

In die Zukunft schauend kann die verstärkte Zusammenarbeit einen Mehrwert generieren. Insbesondere in den Bereichen der pijnpuntsymposia mit wechselnden Partnern, der Zusammenarbeit der Museen, bei denen die Maasketen als Ideengeber fungieren können, als auch im Bereich der Förderung verschiedenster Publikationen kann dies erreicht werden. Bei den Publikationen bietet sich die Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern an. Bewährt hat sich die Zusammenarbeit mit der “Stichting Charles Beltjens” und der Stiftung “SCHUG”. Die Verleihung der Preise liegt logischerweise alleinig in der Hand der Maasketen. Beziehungen lassen sich ferner beispielsweise zwischen Museen und den beteiligten Schulen der Austauschprogramme entwickeln. Die Maasketen können solche Entwicklung insbesondere im Rahmen ihrer ausgeprägten Freiwilligenstruktur stimulieren.

Finanzierung

Die Maasketen stützen sich auf geringe eigene Einkommen. Finanziell ist dies eine relativ schwache Position. Diesbezüglich ist es wünschenswert, sogar notwendig, strategische Allianzen mit anderen Partnern einzugehen. In einzelnen Bereichen sind die Maasketen allerdings auch alleiniger Partner und haben dadurch eine Zugfunktion. In vielen Bereichen, so z.B. Schulaustauschprogramme und der Stiftung von Preisen und Preisgeldern muss es darum gehen, projektgebunden aktiv finanzielle Unterstützung und Zuschüsse einzuwerben.

Zusammenfassung

Die Maasketen Jan van Eyck möchten sich in den kommenden Jahren primär auf die Schulaustauschprogramme, die Vergabe von Preisen und die Organisation der erfolgreichen pijnpuntsymposia konzentrieren. Im Bereich der musealen Zusammenarbeit in der Euregio möchten wir eine stimulierende Rolle spielen und verschiedenste Partner zusammenbringen. Darüberhinausgehende Verbindungen zu den diversen Schulaustauschprogrammen sind dabei durchaus wünschenswert. Mit Hilfe der Website kann Sichtbarkeit und die Teilung von Wissen ermöglicht werden.

Übersetzung aus dem Niederländischen: Marcus Conen


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