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Geschichte

Zur Geschichte der Heimatvereinigung Selfkant

1. Gründung des Vereins

Die Heimatvereinigung Selfkant geht auf den Heimatbund Selfkant-Gangelt zurück, der am 25. April 1948 angesichts der drohenden Abtrennung des Selfkantgebietes zur Erhaltung und Pflege des heimatlichen Kulturgutes gegründet wurde.
Gründervater war der damals schon 73 Jährige pensionierte Volksschullehrer Johann Grein aus Millen, dem kulturellen Zentrum des Selfkantes, der eine kleine Schar heimatliebender Männer und Frauen um sich scharte.
Der erste Vorstand setzte sich aus Vertretern des Selfkantes und Gangelts zusammen, dem der Gründer als 1.Vorsitzender vorstand. Das erste Statut legte einen breitgefächerten Aufgabenkreis fest, der die Heimatgeschichte, die Mundart, den Denkmal- und Naturschutz, Sagen und Brauchtum sowie Wanderungen und Fahrten als Aufgabengebiete festlegte.

2. Unter niederländischer Auftragsverwaltung 1949 - 1963

Am 23. April 1949 erlebte der Selfkant einen folgenschweren nationalen Einschnitt, als das rund 40 km² große Selfkantgehiet abgetrennt und unter niederländische Verwaltung gestellt wurde. Danach ruhten die Aktivitäten des Heimatbundes und die Kontakte zu den Heimatfreunden Gangelts wurden durch eine unselige Grenze abgeschnitten.
Es dauerte ein halbes Jahr, bis sich die Heimatfreunde im abgetrennten Gebiet auf ihren Aufgabenkreis besannen und am 15. November 1949 die Heimatvereinigung Selfkant aus der Taufe hoben. 1. Vorsitzender wurde Lehrer i.R. Johann Grein und sein Stellvertreter Johannes Klaßen aus Höngen. Bald wurde eine juristisch einwandfreie Satzung verabschiedet in der besonders die Verbundenheit und Liebe zur Heimat festgeschrieben wurde.
Eine Wachablösung an der Spitze der Vereinigung gab es am 17. Oktober 1954, als Johann Grein sein Amt aus gesundheitlichen Gründen niederlegte. Eine überwiegende Mehrheit bei der Wahlversammlung wählte Johannes Klaßen zum neuen Vorsitzenden. Er sollte nun 34 Jahre lang die Geschicke der Heimatvereinigung in der Hand halten und ihr Format und Ansehen verschaffen.
Für die Vereinigung der Heimatfreunde folgten nach der Abtrennung 14 schwere Jahre. Die Behörden der niederländischen Auftragsverwaltung verboten Veranstaltungen ohne ihre Genehmigung. Trotzdem konnten in dieser Zeit Lichtbildvorträge, Theaterfahrten und Ein- oder Mehrtagesfahrten durchgeführt werden. Die deutsche Regierung, vertreten durch die Bezirksregierung in Aachen, gab alle erdenkliche, materielle und finanzielle Unterstützung.

3. Nach der Rückgliederung 1963

Als sich schon Ende der Fünfziger Jahre das Vereinte Europa zu bilden begann, war es nur eine Frage der Zeit, dass das abgetrennte Selfkantgebiet zur Bundesrepublik Deutschland zurückkehrte. Die niederländischen Stellen, an der Spitze Landdrost Hubert Dassen, wurden ständig entgegenkommender und duldeten, dass die Heimatvereinigung gewissermaßen eine Plattform für die Erhaltung des Deutschtums im Selfkant bildete. Am 1. August 1963 war es soweit. Der Selfkant wurde rückgegliedert. Leider wurden die Grenzen nur verlegt und nicht schon abgeschafft.
Johannes Klaßen als Vorsitzender, Hans Zimmermann aus Millen als Geschäftsführer und Hans Loomans aus Höngen als Schatzmeister, dazu Klaus Bischofs als 2.Vorsitzender führten in der Folgezeit den Verein zur höchsten Blüte. Viele Heimatgesinnte unterstützten ihre Vorhaben und halfen mit, dass er zu einem der bedeutendsten kulturhistorischen Vereine des Selfkantkreises Geilenkirchen-Heinsberg wurde. Ein umfangreiches Kulturprogramm und mehrtägige Studienfahrten sowie Studienflugreisen wurden jährlich angeboten. Dazu kam ab 1980 ein umfangreiches Radwanderprogramm, das weit über die Grenzen des Selfkantes bekannt und angenommen wurde. Die Radfahrten führten überwiegend zu den Kulturstätten der unmittelbaren Nachbarländer Niederlande und Belgien. Einen bedeutsamen Leserkreis fand die Mundart-Schriftenreihe „Ues Muedersproak”, die 1978 mit der ersten Folge begann und im Jahre 2011 mit der 21. Folge noch nicht abgeschlossen ist.
Die Heimatvereinigung unterstützte zahlreiche denkmalpflegerische Maßnahmen, darunter die Erneuerung des Dechantenkreuz auf dem Vorplatz der Pfarrkirche in Havert und die Restauration der Zehntscheune und der Propstei Millen. Sie setzte sich auch dafür ein, dass im ehemaligen Propsteigebäude in Millen ein Kulturraum der Gemeinde und ein Tagungsraum für die Heimatvereinigung eingerichtet wurde.

4. Der Vorstand nach der Rückgliederung 1963

Im November 1988 mußte Johannes Klaßen endgültig wegen einer schweren Erkrankung sein Amt abgeben. Er blieb trotz seiner Erkrankung bis zu seinem Tod am 24.Juli 1994 seinen Heimatfreunden mit Rat und Tat verbunden.
Nachfolgerin für die nächsten drei Jahre wurde Frau Maria Hoffmann aus Schalbruch. Danach legte sie den Vorsitz in die Hände von Josef Heinrichs aus Heinsberg, der im Jahre 2002 ebenfalls wegen seiner angeschlagenen Gesundheit ausscheiden musste. Er übergab sein Amt einem Jüngeren. Sein Nachfolger wurde Gerd Passen aus Höngen.
Geschäftsführer Hans Zimmermann aus Millen musste 1992 die Geschäfte wegen Krankheit abgeben. Diese übernahm Jakob Cals aus Havert. Auch die Verantwortung für das Kultur- und Fahrtenprogramm gab er an Josef Heinrichs ab.
Als Schatzmeister schied Hans Loomans nach über 30jähriger Amtsführung im Jahre 2001 aus. Für ihn rückte Dieter Wauben aus Süsterseel in den Vorstand nach.
Das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden bekleideten Johannes Klaßen, Josef Stassen aus Höngen, Klaus Bischofs aus Süsterseel, Jakob Cals aus Havert, Willi Habetz aus Millen Bruch, Gerd Passen aus Höngen und Matthias Deckers aus Höngen.

5. Der augenblickliche Vorstand

Dem augenblicklichen Vorstand gehören an:

  • 1.Vorsitzender: Gerd Passen
  • 2.Vorsitzender: Matthias Deckers
  • Geschäftsfüher: Maria Jaeger
  • Schatzmeister: Theo Kapell

Beisitzer: Rien Erkens und Peter Hamacher


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